Sanierung der sanitären Anlagen in der Schule von Otor
Im Sommer 2005 erreichte
uns ein Anruf einer Frau Petra Lustenberger aus Hochheim im Taunus. Sie ist
Vorsitzende der „Petra-Lustenberger-Stiftung“ und suchte nach neuen Partnern für
Projekte in Belarus. Bei Recherchen im Internet war sie auf unsere Homepage
gestoßen und hatte sich über uns und unsere Arbeit informiert. Angenehm
überrascht realisierten wir erst einmal was uns da angeboten wurde. Die
„Petra-Lustenberger-Stiftung“ finanziert Projekte für Kinder und bauliche
Maßnahmen und bot uns an auch ein solches Projekt in Weißrussland für uns zu
finanzieren, d.h. sie sorgt für die nötigen Gelder und wir für die
Durchführung.
Schnell war geklärt, dass
eine Sanierung der sanitären Anlagen in der Schule in Otor sehr sinnvoll wäre,
da diese dort in einem für uns unzumutbaren Zustand waren. Während unseres 13.
Hilfstransports vom 28.10. – 04.11.2005 haben wir dann Informationen und
Unterlagen zu dem geplanten Projekt eingeholt.
Bei der Schule in Otor
handelt es sich um eine Basisschule, in die Kinder von der 1. bis zur 9. Klasse
unterrichtet werden. Im gleichen Gebäude wie die Schule ist auch der
Kindergarten des Dorfes untergebracht. Auch er untersteht er Schuldirektorin,
Frau Irina Nikolajewna Winidiktowa, die gegenüber der Schule ihre Wohnung hat.
Ihre Anschrift lautet:
Irina Nikolajewna
Winidiktowa, 247159 Otor.
Die Schule und den
Kindergarten besuchen insgesamt 105 Kinder. Sie werden von 20 Lehrern bzw.
Erziehern betreut.
In der Schule befinden sich im Erdgeschoss und im Obergeschoss Toilettenanlagen. Den ursprünglichen Zustand sehen sie hier.
Das weitere Vorgehen
gestaltete sich erst einmal sehr zäh. In der Kreisverwaltung war ein neuer
Verantwortlicher für die Schule im Kreis und er tat sich schwer mit der
Beschaffung eines Angebots. Doch nach einiger Zeit hatten wir ein solches
vorliegen. Nun musste es noch übersetzt werden. Nachdem auch diese Hürde
genommen war, konnte es losgehen. Sehr schnell hatte Frau Lustenberger die
ersten 5.000 Euro erhalten und an uns weitergeleitet. So entschlossen wir uns
bereits im Sommer 2006 seitens des Vereins noch etwas vorzuschießen und an die
Kreisverwaltung zu überweisen. Nachdem das Geld dort eingegangen war, musste
die Genehmigung des Departements für humanitäre Hilfe eingeholt werden und die
Firma konnte mit den Arbeiten beginnen.
Unser Dolmetscher Rafael
Vogel hielt telefonisch den Kontakt nach Weißrussland und so waren wir ständig
auf dem laufenden wieweit die Arbeiten vorangediehen sind. Schließlich
vereinbarten wir mit der Kreisverwaltung Anfang November nach Otor zu kommen
und den Fortgang der Arbeiten vor Ort anzusehen. Vom 08. – 12.11.2006 hielten
sich dann Rafael Vogel, Rainer Baab und ich zur Begutachtung der Arbeiten in
Belarus auf. Unser erster Gang, nach der Begrüßung durch Tatjana in der Schule
in Otor, war natürlich zu den bereits renovierten Toiletten. Von Emma hatten
wir erfahren, dass die Arbeiten erst in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag
abgeschlossen worden sind. Zunächst waren wir etwas überrascht nur einen
fertigen Raum im Obergeschoss vorzufinden. Entgegen unserer bisherigen
Informationen hatte man nur die Mädchentoilette im OG erneuert. Wie wir später
von Igor und Irina erfuhren, hatten sie sich mit der ausführenden Firma darauf
verständigt zunächst nur einen Raum zu renovieren und dann eine Abrechnung zu
erstellen, um zu sehen wie die Kosten sich entwickeln. Unter anderem gab es
seit 01.09.2006 eine neue 13%ige Steuer, die in dem vorliegenden Angebot nicht
enthalten war.
Die Ausführung der Arbeiten
machte uns dann jedoch froh, denn sie entspricht etwa unserem Standard.
Braun-beige Fliesen mit einer Bordüre dazwischen, Toiletten wie wir sie von
Deutschland kennen, Fenster der Firma Veko, die auch in Deutschland verwendet
werden und zwei Waschbecken mit Säulenfüßen waren gegenüber dem vorherigen
Zustand eine riesige Verbesserung.

Die Funktionsfähigkeit wurde
einen Tag später ausführlich geprüft und die Arbeiten erneut begutachtet.
Insgesamt hat uns die Ausführung sehr zufrieden gestellt. Leider lag die
Abrechnung noch nicht vor. Sie kam jedoch in der Woche vom 13.11.2006 per
E-Mail bei uns an und erfreulicherweise belaufen sich die Kosten für die
Sanierung dieses Raumes auf ca. 13.500.000 BLR (entspricht etwa 5.000,-- Euro).
In dem Angebot waren 16.000.000 BLR dafür vorgesehen.
Noch zu renovieren sind nun
die Jungentoilette sowie ein kleiner Raum für eine Lehrertoilette im OG und die
3 Räume im EG. Die Jungentoilette im OG befindet sich bereits im Rohbauzustand,
sodass wir das Mauerwerk, bereits verlegte Abflussrohre und einen
Lüftungsschacht sehen konnten. Insofern konnten wir auch einen Blick „darunter“
werfen. Im EG sind die Räume noch in ihrem ursprünglichen Zustand.
Über weitere Fortschritte
werden wir an dieser Stelle informieren.
Gerade (08.03.2007) haben
wir den neuesten Sachstand und Bilder von der Sanierung erhalten. Die
Jungentoilette im OG und die dortige Lehrertoilette (mit blauen Fliesen) sind
fertig. Auch auf dem Flur wurde ein neues Handwaschbecken installiert. Es sieht
alles sehr gut aus und mit den Finanzen liegen wir sogar unter dem
veranschlagten Betrag.
Allerdings gab es auch eine schlechte Nachricht. Die ausführende Firma hatte mitgeteilt, dass sie die restlichen Arbeiten im EG nicht ausführen würde. Was tun? Doch manchmal geht es schneller als befürchtet. Kurze Zeit später, etwa im April 2007, erhielten wir die Nachricht, dass eine Firma gefunden wurde, die die Arbeiten fertig stellen wird.
Als Anfang Juni 2007 die Kinder zum Sommeraufenthalt nach Hargesheim kamen, konnten sie uns berichten, dass die Toiletten fertig sind.
Anfang August flogen dann Sabine und ich, sowie Anette und Jürgen Fritz zu einer Hochzeit nach Minsk. Diese Reise nutzten wir, um auch im Dorf einige Dinge zu besprechen und natürlich die Toiletten zu besichtigen. Wie wir während des Sommeraufenthaltes erfahren hatten, gab es in der Schule einen neuen Direktor. Und so meldeten wir uns für den 06.08.2007 in Otor an. Erfreut waren wir zu sehen, dass die Toiletten nun vollständig saniert waren. Sie sind sehr schön geworden und wir haben uns sehr gefreut, dass alles doch noch einen guten Ausgang gefunden hat. Außer den 16.000 Euro, die wir bisher überwiesen haben, mussten von uns keine weiteren Gelder nach Weißrussland überwiesen werden, da die Kreisverwaltung nun doch einen Teil der Kosten trägt. Ursprünglich waren ja 24.500 € für das Projekt veranschlagt, ohne dass die Kreisverwaltung einen Teil der Kosten tragen wollte. So ist der Abschluss umso erfreulicher.
Zum Schluss nun noch ein
paar Bilder von den neuen Toiletten im Erdgeschoss der Schule, die vor allem
von den Kindergartenkindern genutzt werden.
(Rainer
Schwarz)
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