Sanierung der Schulküche in von Otor

I. Bauabschnitt: Speisesaal

 

Nachdem wir gemeinsam mit der Petra-Lustenberger-Stiftung bereits die Sanitären Anlagen in der Schule in Otor sanieren konnten, nahmen wir als nächstes Projekt die Sanierung der Schulküche in Angriff.

 

Während einer Reise von Sabine und Rainer Schwarz sowie Anette und Jürgen Fritz wurde uns ein Angebot zur Sanierung der Küche in der Schule in Otor übergeben. Dabei wurde uns als Endsumme ein Betrag von ca. 77.750.000 Bel. Rubel, was etwa 26.700,-- € entspricht genannt.

Nach Überprüfung des Angebots durch Rafael Vogel stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei nur um die Materialkosten handelte. Das Angebot insgesamt belief sich auf etwa 46.200,-- €. Diese Summe war von uns und unseren Partnern nicht finanzierbar.

Bei der Vorstandssitzung des Vereins am 28.08.2007 wurde einstimmig beschlossen dem Direktor der Schule mitzuteilen, dass diese Summe unsere Möglichkeiten übersteigt. Er sollte sich darum kümmern ein Angebot zu beschaffen, dass von der Summe her maximal bei den von uns aufgebrachten Kosten für die Sanierung der sanitären Anlagen liegt (ca. 16.000,-- €). Entweder sollten nur bestimmte Arbeiten durchgeführt werden (und nicht eine Total-Sanierung der Küche) oder ein Angebot eines anderen Unternehmens müsste im Endbetrag so reduziert sein, dass es in unsere finanziellen Möglichkeiten passt.

Weiter wurde moniert, dass in dem Angebot etwa 30% an staatlichen Abgaben enthalten waren. Seitens unserer Partner in Belarus sollte geprüft werden, ob diese Abgaben nicht erlassen werden könnten, da wir als ausländische Organisation dem Staat selbst ja Kosten in nicht unbeträchtlicher Höhe ersparen würden.

Im Rahmen einer Vorbereitungsreise zu der geplanten Lebensmittelpaketaktion im Herbst 2008 vom 04. – 11. April 2008 wurde beim Landrat des Kreises Tschetschersk wegen der geplanten Küchensanierung vorgesprochen. Das vorliegende Angebot sollte Grundlage für die (Teil-) Renovierung der Küche sein. Er wollte sich darum kümmern, dass dieses Projekt in Teilprojekte aufgeteilt würde. So nahmen wir an, dass dann eine Finanzierung eines oder mehrer solcher Teilprojekte über einen Zeitraum von mehreren Jahren möglich sein würde. Und die Kreisverwaltung wollte auch prüfen, ob ihrerseits Mittel zur Verfügung gestellt werden können, um die Küchensanierung in der Schule in Otor voran zu treiben.

 

In einem ersten Bauabschnitt sollte der Speisesaal renoviert werden. Dazu wurde uns dann ein Angebot einer Firma zugesandt (22.04.2008). Die Angebotssumme betrug ca. 15.000 Euro. Zwischenzeitlich teilte uns Igor mit, dass die Firma, die das Angebot abgegeben hatte, die Arbeiten in der Küche nicht ausführen wollte. Er fand jedoch schnell eine andere Firma. Während unserer Paketaktion im Herbst 2008 besprachen wir mit 2 Vertretern dieser Firma die vorzunehmenden Arbeiten.

 

In der Schule befindet sich im Erdgeschoss gleich rechts die Schulküche mit Koch- und Spülküche sowie dem Speisesaal. Den Zustand vor der Sanierung zeigen einige Bilder.

 

    

 

    

 

Nachdem wir mit Hilfe der Petra-Lustenberger-Stiftung die Finanzierung auf den Weg gebracht hatten, überwiesen wir im April 2009 12.000,-- Euro nach Otor. Der Direktor kümmerte sich dann um die Genehmigung zur Verwendung des Geldes durch das Departement für humanitäre Hilfe beim Präsidenten der Republik Belarus. Nach der Erteilung konnten Ende Juli auch die 12.000,-- € in belarussiche Rubel umgetauscht werden. Während der Sommerferien wurden dann die Arbeiten ausgeführt. Bei leichten Abrissarbeiten halfen noch die Kinder. Dann war eine Firma für ca. 4 Wochen mit 6 Arbeitern zugange.

 

Das Resultat kann sich sehen lassen. Bei einer Reise von 3 Vertretern unseres Vereins vom 27.10. – 01.11.2009 konnten wir uns davon überzeugen. Der Speisesaal erstrahlt in neuem Glanz, ist hell und macht einen modernen Eindruck. Auch die neue Möblierung ist ansprechend und von guter Qualität (s. Bilder im Anhang). Eine neue Essensausgabe rundet das Gesamtbild ab. Daneben wurden neue Fenster eingebaut, der Boden gefliest, die Wänder verputzt, die Heizkörper verkleidet und die Lampen an der Decke sowie die Leitungen dafür  in die Decke eingebaut (für belarussische Verhältnisse nicht üblich). Vor dem Speisesaal wurden 4 neue Waschbecken installiert und auch die Türen zur Spül- und Kochküche wurden erneuert. Insgesamt ein sehr schöner Raum, der nach Angaben des Direktors schon von vielen Lehrern der Umgebung bestaunt und besichtigt wurde. Auch ein Zeitungsbericht ist schon in der örtlichen Presse dazu erschienen (s. Anlage).

 

 

 

 

 

Zur Abrechnung des Speisesaals wurde uns eine Rechnung überreicht, die mit einer Summe von 46.952.101 BLR abschloss. Nach heutigem Stand ca. 11.621,80 Euro. Die von uns für die Sanierung überwiesenen 12.000,-- Euro erbrachten zum Zeitpunkt des Umtauschs 47.128.440 BLR. Es verbleibt also noch ein geringer Teil von 176.339 BLR, was zum jetzigen Zeitpunkt 43,64 Euro entspricht.

 

Dabei ist zu berücksichtigen, dass gegenüber dem ursprünglichen Angebot zusätzlich 12 neue Tische und 48 neue Stühle geliefert wurden. Und das zum gleichen Preis.

 

Insgesamt können wir mit den Arbeiten und den geleisteten Unterstützungen für die Schule in Otor sehr zufrieden sein. Möglich waren diese vor allem durch die tolle Unterstützung der Petra-Lustenberger-Stiftung und ihrer Partner. Dafür sollen wir von dem Direktor und dem gesamten Kollegium die allerherzlichsten Dankesworte überbringen. Diesem Dank schließen wir uns an und betonen an dieser Stelle auch die angenehme, vertrauensvolle und unkomplizierte Zusammenarbeit.

 

 

II. und III. Bauabschnitt: Spül- und Kochküche

 

In einem 2. Bauabschnitt wurde dann die Spülküche in der Schule in Otor saniert. Für die Spülküche hatten wir 8.700,-- € überwiesen und die Arbeiten wurden im Frühjahr 2010 durchgeführt.

 

Auch die Kochküche hatte eine Firma im Laufe der Sommerferien in diesem Jahr saniert. Dafür hatten wir in 2 Raten insgesamt 13.700 € auf ein Konto der Schule überwiesen. Nachdem Igor der Schuldirektor vom Departement für humanitäre Hilfe die Genehmigung erhalten hatte, konnten die Arbeiten beginnen und anschließend die Firma bezahlt werden. Während des Hilfstransports vom 30.10. – 06.11.2010 wollten wir nun die Spül- und Kochküche begutachten und nachprüfen, ob die vereinbarten Arbeiten auch erledigt worden sind.

 

Udo Flick und Rainer Baab überprüften anhand des Angebots die Arbeiten. Sie konnten feststellen, dass die Arbeiten alle ausgeführt waren. Zwar entsprechen sie nicht in allen Kleinigkeiten unserem Standard. So gibt es in der Küche einen Abfluss im Boden, der ca. 4 cm tiefer liegt als der Fussboden selbst. Auf Nachfrage erhielten wir die Antwort, dass ursprünglich der Abfluss in gleicher Höhe wie der Fussboden gelegen hätte, aufgrund weißrussischer Vorschriften er aber dann tiefer hatte gelegt werden müssen. Randleisten am Fussboden kennt man in Belarus nicht und die Fenster verfügen über keine Dampfabdichtung. Aber die Arbeiten entsprechen gutem weißrussischem Standard. Ein Problem gab es noch. Der Motor für die Entlüftung war zu klein dimensioniert. Noch während unseres Aufenthaltes in Otor konnten wir klären, dass ein neuer, größerer Motor beschafft und von den Arbeitern in der Schule eingebaut wird. Die Kosten beliefen sich auf 350,-- €, die wir umgehend an den Direktor übergaben.

 

Die Schule war zwischenzeitlich schon mehrmals Objekt von Besichtigungen durch Direktoren anderer Schulen. Wir konnten feststellen, dass die Kinder in angenehmer Umgebung ihr Essen einnehmen können und auch für die Köchinnen und Küchenhilfen ein Arbeiten in angenehmer und gefahrloser Umgebung nun möglich ist. 

 

Während der Reise erhielten wir von der Kreisverwaltung in Tschetschersk, die als Träger der Schule für deren Erhalt verantwortlich ist, eine Urkunde, in der sie uns für die geleistete Arbeit danken und auszeichnen.

Diesen und unseren Dank geben wir an die Petra-Lustenberger-Stiftung weiter, die einen großen Teil der insgesamt aufgebrachten ca. 35.000,-- € getragen hat. Ohne sie wären wir nicht in der Lage gewesen den Kindern und Erziehern in Otor Hilfe in der beschriebenen Form zu leisten.

 

 

 

(Rainer Schwarz)

 

 

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